Allen Bemühungen zum Trotz steigt die Anzahl der Kinder mit Verhaltens- und Lernproblemen. Diese allgemeine Tendenz können wir auch an unserer Schule feststellen. Immer mehr Schüler benötigen inner- sowie außerschulische Fördermaßnahmen. Lese-Rechtschreibschwächen, Rechenschwächen, Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Verweigerung und Aggressivität nehmen zu. Psychosomatische Störungen häufen sich, wie Kopf- und Bauchschmerzen oder Essstörungen.

Diese Verhaltens- und Lernschwierigkeiten stehen im engen Zusammenhang mit Abweichungen, Störungen und Verzögerungen der Bewegungs- und Wahrnehmungsentwicklung des Kindes. Die ständige Wechselwirkung zwischen Motorik und Wahrnehmung, den kognitiven, emotionalen und sozialen Komponenten, bestimmen den gesamten Entwicklungsprozess des Menschen.

Wir arbeiten in unserer Schule nach der SI- Motodiagnostik nach Kesper und bieten, soweit es im schulischen Rahmen möglich ist, eine SI-Mototherapie nach Kesper an. Im besonderen Maße untersuchen wir die persistierende Restreaktion frühkindlicher Reflexe und gehen in der Therapie intensiv auf die Wiederholung von frühkindlichen Bewegungsmustern ein.

Kolleginnen des Grundschulverbundes haben sich am SIM- Institut  in den Bereichen Motodiagnostik und Mototherapie weitergebildet und sind autorisiert, das Konzept in der beruflichen Praxis anzuwenden.

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Sie können Schülerinnen und Schüler mit Auffälligkeiten im Lernen oder Verhalten zunächst auf ihre persistierende Restreaktionen frühkindlicher Reflexe testen. 

Im Mutterleib und in den ersten Lebensmonaten werden die Bewegungen eines Babys von Reflexen, d.h. von unwillkürlichen, nicht beeinflussbaren, immer gleich ablaufenden Bewegungen bestimmt, die von konkreten Reizen ausgelöst werden. Diese frühkindlichen Reflexe werden im Zuge der Hirnreifung durch Halte- und Stellreaktionen abgelöst. So kann sich ein Kind zunehmend bewusst geplant bewegen und viele Bewegungsmuster nach einiger Übung automatisieren (z.B. Laufen, Radfahren).

Einigen Kindern gelingt die Reifung und Hemmung der frühkindlichen Reflexe nicht vollständig. Störfaktoren können schwierige Schwangerschafts- oder Geburtsverläufe, Vererbung, Frühgeburt, Impfungen, KISS, schwere Erkrankungen, Kontakt mit Giftstoffen u.a. sein.

Die Eltern werden eng in diesen Prozess mit eingebunden. Schülern mit Auffälligkeiten in diesem Bereich wird ein individuelles Förderkonzept erstellt und mit den Eltern und Klassenlehrern besprochen. Nach Möglichkeit erhalten die Schüler auch in der Schule die Gelegenheit, ihre Turnübungen zu absolvieren, die zudem tägliche „Hausaufgabe“ sind.

Da ein enger Zusammenhang zwischen Lese- Rechtschreibschwierigkeiten und Motorik besteht, wird dieses Konzept auch in den LRS-Stunden aufgegriffen.

 

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